2018 – Finnland/Estland

Für 2018 hatten wir zunächst keine Reise geplant. Das Jahr war erstmal geprägt von Sarahs Rehas usw. Wir hatten jedoch zu unserer Freundin Jasmin, welche sich auf einer mehrmonatigen Skandinavienreise befand, gesagt, dass wir sie besuchen würden, sofern es sich ergebe. Anfang August telefonierten wir wieder, sie war in Finnland und wir hatten zwei Wochen Zeit. So waren wir uns ein paar Minuten später einig, wo unsere Reise hingeht, Flüge gebucht und ab nach Helsinki.

Die Ankunft in Helsinki war schon fast langweilig unspektakulär. Alles total modern, klinisch sauber und digital. Wir nahmen den Bus (welcher per App nachverfolgbar und auf die Sekunde pünktlich war) zu unserem gemeinsamen Air BnB, wo Jasmin auf uns wartete. Große Wiedersehensfreude, lange Gespräche bis in die Nacht und Planungen für die nächsten Tage folgten. Am Morgen dann schnell nen Mietwagen geholt und rein ins Getümmel: Wir besichtigten Helsinki, checkten die Restaurants und das Streetfood aus und genossen das coole skandinavische Flair bei bestem Wetter.

Irgendwann zog es uns in die Wildnis und wir wollten in der Natur campen. Was bei uns daheim im Allgäu für drastische Strafen und viel Ärger sorgt ist dort erlaubt. Und mehr noch: überall bis in den hinterletzten Winkel lassen sich kleine Spots mit Sitzgelegenheiten, teilweise Waldhütten, top gewarteten Toiletten und Scheitholz zum Verfeuern in den vorbereiteten Grillstellen finden. Das Paradies!

Doch leider ist unsere Zeit so limitiert und wir wollen ja noch nach Estland. Also geben wir den Mietwagen ab und Jasmin bringt uns zum Fährhafen (sie hatte eine Fähre am Abend gebucht). Wir sind in letzter Sekunde dort, wundern uns jedoch, warum hier niemand ist. Eine kurze Recherche später wissen wir, dass wir am alten Fährhafen sind, die Fähren jedoch vom neuen Fährhafen, welche frisch eröffnet ist, fahren. Na super… Wir haben unsere Tickets schon abgeschrieben, geben jedoch nicht auf. Im Laufschritt (mit 25kg Gepäck, denn wir haben ja Sachen für 2 Wochen, Zelt, Campingequipment etc. dabei) hetzen wir zum neuen Fährhafen. Die netten Ladies lassen uns tatsächlich noch einchecken, wir eilen über die Passagierbrücke, welche nach uns ablegt und sind auf dem Schiff. Geschafft! Jetzt wird’s entspannt…denken wir. Wir sind ja schon oft mit der Fähre gefahren, allerdings haben wir nicht mit sowas gerechnet: Christian will einen Kaffee an der Bar kaufen, ist mit diesem Wunsch allerdings der Einzige. Es gibt literweise Bier in großen Plastikbechern, allerlei Cocktails und co. Dazu Ballermannmusik und außer uns ist niemand nüchtern. Anscheinend nutzen die Finnen die (Duty-Free-)Fährüberfahrten, um ihre hohen Alkoholpreise zu kompensieren. Wir streifen durchs Schiff und es gibt sogar eine große Tanzfläche vor der Panoramascheibe im Bug des Schiffes, auf der Rentner ihre Partner übers Parkett schieben. Bei der Einfahrt in den Hafen in Tallin spielt die Liveband ein dramatisches Stück. Incredible!

Tallin selbst präsentiert sich als moderne europäische Stadt. Ganz besonders zu empfehlen ist das trendige Künstler- und Startupviertel mit tollen Gemälden an den Fassaden und vielen kleinen Bars. Doch auch in Estland wollen wir Natur genießen! Wir haben erneut einen Mietwagen und machen mit Jasmin die malerischen Küstenorte und die einsamen Wälder Estlands unsicher. Hier sind wir insbesondere auf der Suche nach Bären. Es soll hier ja welche geben 😉. Angewendet wird dabei unsere erprobte Kot-Folge-Taktik. Diese hatte sich schon bei der Elefantensuche in Namibia äußerst erfolgreich bewährt. Auch in Estland kommen wir der Sache immer näher. Wir finden immer frischere Haufen, unserer Meinung nach von Bären. Aber es zeigt sich keiner… Hätten wir jetzt unseren Steyr dabei, würden wir einfach unser Lager aufschlagen und hier campieren. So müssen wir leider erfolglos abziehen. Aber wir kommen wieder!

Irgendwann müssen wir uns von Jasmin trennen. Sie zieht weiter Richtung Südosten, wir müssen zurück nach Helsinki und heimfliegen. Auf dem Weg dorthin verbringen wir noch zwei tolle Tage völlig einsam an der Ostsee. Wieder finden wir staatlich gebaute Grillstellen mit vorbereitetem Feuerholz vor. Einfach Wahnsinn. Vielen Dank Estland! Und vielen Dank Jasmin für die tolle Zeit mit dir!

Zwei Wochen gehen wie ein Fingerschnipsen vorbei und wir sind wieder in Deutschland. Schade, aber irgendwann werden wir ja mal mehr Zeit haben 😉.

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