2021 – Weltreise Teil 19 – Nordmazedonien

Eigentlich stand Nordmazedonien gar nicht auf unserer Agenda… Aber da unser Bulgarienaufenthalt etwas ernüchternd war und wir vor dem Wetter fliehen wollten, haben wir geschaut, wo es schön sein könnte. Unser Ziel war es, ein hübsches Hotel in einer schönen Gegend zu buchen, um mal dem „Reisealltag“ zu entfliehen. Durch Empfehlungen anderer Reisender sind wir dann auf die Stadt Ohrid am Ohridsee gekommen. Der Ohridsee wurde dabei als der „Gardasee“ des Balkans beworben. Wir waren skeptisch, aber buchten direkt 😊.

Die Einreise verlief ohne Problem, vor uns lagen ein paar hundert Kilometer durch dieses fremde Land zu unserer Zieldestination. Unterwegs besorgten wir uns Geld und Sprit (der Diesel dort war seeehhhr günstig 😉). Mit einer Zwischenübernachtung erreichten wir schon Ohrid, der erste Eindruck von Nordmazedonien war sehr positiv. Wir waren bis dorthin durch sehr schöne Gebirgszüge auf hervorragenden Straßen gefahren, die Leute bei den Zwischenstopps waren sehr herzlich und es wurden auch keine Abzockversuche unternommen.

In Ohrid erwartete uns ein tolles modernes Hotel direkt am Ufer des Sees (welcher auf den ersten Blick keinen Vergleich mit dem Gardasee scheuen braucht, eher im Gegenteil).

Nachdem wir also unser Fahrzeug in eine kleine Parklücke auf dem Hotelparkplatz manövriert hatten (hat gepasst, hat aber für einige komische Blicke gesorgt) und ein paar Sachen ins Hotelzimmer geschmissen haben, sind wir direkt in die City spaziert: Und wir waren geflasht! Wir hatten mit vielem gerechnet, aber nicht mit einer blitzsauberen Stadt, einer modernen Fußgängerzone und gespickt mit vielen Moscheen und 365!!! orthodoxen Kirchen aus verschiedenen Epochen. Ein Großteil dieser historischen Bauten waren zugänglich, zeitgenössisch saniert und vor allem abends wundervoll beleuchtet. Es hat mehrere Tage benötigt, ehe wir die meisten Schätze entdeckt und besichtigt hatten. Zwischendurch konnten wir uns immer wieder in wundervollen Restaurants und Cafés stärken und das Dolce Vita des „Gardasees des Balkan“ genießen. Und hiermit können wir offiziell bestätigen: Dies ist nicht zu hoch gegriffen, denn wir, als alte Gardaseekenner 😉, fanden es am Ohridsee deutlich schöner. Und im Gegensatz zu den im Winter ausgestorbenen Urlaubdestinationen am Gardasee pulsierte in Ohrid das Leben der Einheimischen vermischt mit ein paar wenigen Touristen, wenn sicher auch etwas langsamer als in der Hauptsaison. Genau das brauchten wir gerade. Wir genossen es in vollen Zügen, uns unter die Menschen zu mischen, mit den Einheimischen beim Kaffee trinken zu sitzen, das ein oder andere Gespräch über Ihre Arbeit oder ihr Land zu führen und hin und wieder erreichte uns eine Nachricht über Instagram, dass uns ein wundervoller Aufenthalt in ihrem Land gewünscht wird. Marketingtechnisch ist so ein Parkplatz an der Hafenpromenade gar nicht so verkehrt. Erhalten wir regelmäßig Nachrichten von Einheimischen über unsere digitalen Medien, war die Anzahl in Nordmazedonien doch auffällig ;-). Jedenfalls waren wir durchweg von der Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Nordmazedonier begeistert. Egal ob am absoluten Touristenhotspot oder hinter irgendeiner Hintertür eines kleinen Balkangrills, wohin sich normal nicht so schnell ein Tourist verirrt.

Fun Fact am Rande: Als wir ankamen war Feiertag, der Tag des Volksaufstands. Soweit so gut. Aber am Tag darauf war auch eine Art Feiertag, nämlich der Ruhetag nach dem Feiertag. Sollte man vielleicht in Deutschland als Best practise adaptieren.

Obwohl es im Hotel sehr schön war, zog es uns doch recht schnell wieder in den Steyr. Wir hatten spontan entschlossen, dass Sarah vorzeitig aus familiären Gründen nach Deutschland fliegt und Christian für ein paar Wochen Erfahrungen als Alleinreisender sammelt. Die vorerst letzten gemeinsamen Tage wollten wir im Gebirge, welches wir schon die ganze Zeit aus vom Hotel gesehen haben, verbringen. Auf einer kleinen Passstraße fuhren wir bis ganz nach oben, parkten traumhaft und wanderten am darauffolgenden Tag durch die Berge. Es gab auch einen schönen Wanderweg, der jedoch leider von einem recht neuen, unüberwindbaren Zaun gekreuzt wurde. Alle Versuche, woanders langzuwandern schlugen fehl, sodass wir uns irgendwann geschlagen gaben. Schade! Aber wirklich tolle Natur!

Den Abschluss unseres Nordmazedonien-Abstechers bildete erneut ein Hotelaufenthalt. Christian war nicht zu bremsen und erkundete jeden Winkel dieses Lost-Places. Schon komisch, wenn man sich vorstellt, wie dort vor Jahren die Urlauber für viel Geld (das Hotel schien sehr luxuriös gewesen zu sein) ihre Zeit verbracht haben und nun das ganze Gebilde verfällt und die Natur sich alles sukzessive zurück holt. Spannend wars allemal!

Insgesamt waren wir zwei Wochen in diesem kleinen Balkanland (mit der schönsten Flagge Europas!). Wir waren überwältigt und können jedem empfehlen, mal nach Ohrid zu fliegen (Flug von Memmingen nach Ohrid geht direkt und dauert 2h). Auch was wir vom Rest des Landes sehen und erleben durften überzeugt uns. Vielen Dank Nordmazedonien!

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